Was ist das Google Unternehmensprofil?
Das Google Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist ein kostenloses Tool von Google, mit dem lokale Unternehmen ihre Online-Präsenz in der Google-Suche und auf Google Maps verwalten können. Es ist das zentrale Element jeder Local-SEO-Strategie und entscheidet maßgeblich darüber, ob Ihr Unternehmen bei lokalen Suchanfragen sichtbar ist.
Wenn ein Nutzer in Graz beispielsweise nach "Zahnarzt in meiner Nähe" oder "Restaurant Graz Innenstadt" sucht, zeigt Google ein sogenanntes Local Pack an, das die drei relevantesten lokalen Ergebnisse mit Karte, Bewertungen und Kontaktdaten präsentiert. Ob Ihr Unternehmen in diesem Local Pack erscheint, hängt wesentlich von der Qualität und Vollständigkeit Ihres Google Unternehmensprofils ab.
Im Jahr 2022 hat Google den Namen von "Google My Business" in "Google Unternehmensprofil" (englisch: Google Business Profile, GBP) geändert. Die Verwaltung erfolgt nun direkt über die Google-Suche oder Google Maps, statt über eine separate App oder Website. Für Unternehmen mit mehr als einem Standort gibt es weiterhin die Möglichkeit, Profile über die Business Profile Manager-Plattform zentral zu verwalten.
Für Österreichische Unternehmen, insbesondere KMUs in der Steiermark, ist das Google Unternehmensprofil oft der wichtigste digitale Touchpoint mit potenziellen Kunden. Laut Studien führen über 80 Prozent der lokalen Suchanfragen auf Mobilgeräten innerhalb von 24 Stunden zu einem Geschäftsbesuch oder einem Anruf. Ein optimiertes Profil ist daher keine optionale Maßnahme, sondern eine geschäftskritische Notwendigkeit.
Google Unternehmensprofil einrichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Einrichtung eines Google Unternehmensprofils ist kostenlos und in wenigen Schritten erledigt. Dennoch gibt es wichtige Details, die über den Erfolg Ihres Profils entscheiden. Hier ist eine vollständige Anleitung, die speziell auf Österreichische Unternehmen zugeschnitten ist.
Schritt 1: Google-Konto erstellen oder vorhandenes verwenden
Sie benötigen ein Google-Konto, um ein Unternehmensprofil zu erstellen. Idealerweise verwenden Sie ein geschäftliches Google-Konto (z. B. info@ihrfirmenname.at), nicht Ihr persönliches Gmail-Konto. So können Sie später problemlos Mitarbeitern Zugriff gewähren, ohne persönliche Daten zu teilen.
Tipp für Österreichische Unternehmen: Wenn Sie bereits Google Workspace (früher G Suite) nutzen, verwenden Sie die geschäftliche E-Mail-Adresse als Profilinhaber. Das wirkt professioneller und erleichtert die Verwaltung.
Schritt 2: Unternehmen suchen oder neu anlegen
Gehen Sie auf business.google.com oder suchen Sie direkt in Google nach Ihrem Unternehmensnamen. In vielen Fällen existiert bereits ein automatisch generiertes Profil, das Google aus öffentlichen Quellen wie dem herold.at-Verzeichnis, der WKO-Firmendatenbank oder anderen Branchenverzeichnissen erstellt hat. Wenn ein solches Profil existiert, müssen Sie es beanspruchen (claimen), statt ein neues anzulegen.
- Profil beanspruchen: Klicken Sie auf "Dieses Unternehmen beanspruchen" und folgen Sie dem Verifizierungsprozess
- Neues Profil anlegen: Wenn kein Profil existiert, geben Sie Ihren Unternehmensnamen ein und folgen Sie dem Einrichtungsassistenten
Schritt 3: Unternehmenskategorie wählen
Die Wahl der richtigen primären Kategorie ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Profilerstellung. Google bietet über 4.000 vordefinierte Kategorien an. Wählen Sie die Kategorie, die Ihr Kerngeschäft am präzisesten beschreibt.
| Branche | Empfohlene Primärkategorie | Zusatzkategorien |
|---|---|---|
| Zahnarztpraxis | Zahnarzt | Kieferorthopädie, Zahnklinik |
| Restaurant | Restaurant | Österreichisches Restaurant, Mittagsrestaurant |
| Installateur | Installateur | Heizungsinstallateur, Sanitärinstallateur |
| Rechtsanwalt | Rechtsanwalt | Familienrechtsanwalt, Arbeitsrechtsanwalt |
| Autohändler | Autohändler | Gebrauchtwagenhändler, Autowerkstatt |
Sie können bis zu neun zusätzliche Kategorien hinzufügen. Wählen Sie nur Kategorien, die tatsächlich zu Ihrem Angebot passen. Eine zu breite Kategorisierung verwirrt Google und kann Ihre Rankings verschlechtern.
Schritt 4: Standortangaben und Einzugsgebiet
Geben Sie Ihre vollständige Geschäftsadresse ein. Achten Sie auf die korrekte Österreichische Schreibweise und verwenden Sie das Format, das auch auf Ihrer Website und in anderen Verzeichnissen verwendet wird. Dies ist entscheidend für die NAP-Konsistenz.
Beispiel Graz: Herrengasse 1, 8010 Graz, Steiermark, Österreich
Wenn Sie Kunden an Ihrem Standort empfangen, zeigen Sie die Adresse an. Wenn Sie ein Dienstleistungsgebiet haben (z. B. als mobiler Handwerker), können Sie stattdessen ein Einzugsgebiet definieren, z. B. "Graz und Umgebung" oder "Steiermark". Sie können auch beides kombinieren.
Schritt 5: Kontaktdaten eingeben
Tragen Sie Ihre Telefonnummer im Österreichischen Format ein (z. B. +43 316 XXXXXXX für Graz) und Ihre Website-URL. Diese Daten müssen exakt mit den Angaben auf Ihrer Website und in anderen Online-Verzeichnissen übereinstimmen.
Schritt 6: Verifizierung
Google muss verifizieren, dass Sie tatsächlich der Inhaber oder ein Berechtigter des Unternehmens sind. Die gängigsten Verifizierungsmethoden sind:
- Postkarte: Google sendet eine Postkarte mit einem Verifizierungscode an Ihre Geschäftsadresse (dauert 5-14 Tage, in Österreich oft 7-10 Tage)
- Telefon: Sie erhalten einen Verifizierungscode per SMS oder Anruf (nicht immer verfügbar)
- E-Mail: Code wird an die geschäftliche E-Mail gesendet (nur für bestimmte Branchen)
- Video-Verifizierung: Sie zeigen per Video Ihren Standort und Geschäftsbetrieb (seit 2023 häufiger angeboten)
- Google Search Console: Wenn Sie die Search Console für Ihre Website verifiziert haben, kann die Verifizierung automatisch erfolgen
Wichtig für Österreichische Unternehmen: Die Postkartenverifizierung dauert in Österreich erfahrungsgemäß 7 bis 10 Werktage. Planen Sie diesen Zeitraum ein und beginnen Sie die Profilerstellung frühzeitig. Ändern Sie während des Verifizierungsprozesses keine Profildaten, da dies den Prozess zurücksetzen kann.
Google Unternehmensprofil optimieren: Alle Ranking-Faktoren
Ein erstelltes und verifiziertes Profil ist erst der Anfang. Die eigentliche Arbeit liegt in der fortlaufenden Optimierung. Google bewertet lokale Suchergebnisse anhand von drei Hauptfaktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Während Sie die Entfernung zum Suchenden nicht beeinflussen können, gibt es zahlreiche Hebel für Relevanz und Bekanntheit.
Unternehmensbeschreibung verfassen
Die Unternehmensbeschreibung bietet 750 Zeichen Platz, um Ihr Unternehmen zu präsentieren. Nutzen Sie diesen Platz strategisch:
- Nennen Sie Ihre wichtigsten Dienstleistungen oder Produkte in den ersten 250 Zeichen
- Integrieren Sie relevante lokale Keywords natürlich (z. B. "SEO-Beratung in Graz")
- Erwähnen Sie Ihren Standort und Ihr Einzugsgebiet
- Beschreiben Sie, was Ihr Unternehmen besonders macht (USP)
- Verwenden Sie keine Sonderzeichen, Emojis oder übertriebene Grossschreibung
Beispiel für einen Grazer Installateur: "Meisterbetrieb für Sanitär- und Heizungstechnik in Graz seit 1985. Wir bieten Installation, Wartung und Reparatur von Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsanlagen für Privat- und Gewerbekunden in Graz und der gesamten Steiermark. Notdienst rund um die Uhr. Ihr zuverlässiger Partner für alle Installationsarbeiten."
Öffnungszeiten korrekt pflegen
Halten Sie Ihre Öffnungszeiten stets aktuell. Besonders wichtig in Österreich:
- Tragen Sie reguläre Öffnungszeiten für jeden Wochentag ein
- Nutzen Sie "Sonderöffnungszeiten" für Feiertage wie Nationalfeiertag (26.10.), Weihnachten, Silvester, Mariä Himmelfahrt etc.
- Beachten Sie regionale Feiertage in der Steiermark (z. B. Josefitag am 19. März)
- Wenn Sie eine Mittagspause haben, tragen Sie zwei separate Zeitblöcke ein (z. B. 8:00-12:00 und 14:00-18:00)
- Nutzen Sie die Funktion "Weitere Öffnungszeiten" für spezielle Bereiche (z. B. separate Zeiten für die Werkstatt)
Fotos und Videos hinzufügen
Unternehmen mit Fotos erhalten laut Google 42 Prozent mehr Wegbeschreibungsanfragen und 35 Prozent mehr Klicks auf ihre Website. Laden Sie folgende Bildtypen hoch:
- Logo: Quadratisches Format, mindestens 250x250 Pixel, maximale Dateigröße 5 MB
- Titelbild: 1080x608 Pixel, repräsentatives Bild Ihres Unternehmens
- Aussenansicht: Zeigen Sie die Fassade und den Eingangsbereich aus verschiedenen Richtungen
- Innenansicht: Räumlichkeiten, Einrichtung, Atmosphaere
- Team-Fotos: Ihre Mitarbeiter bei der Arbeit (erhöhen das Vertrauen)
- Produkte/Dienstleistungen: Zeigen Sie, was Sie anbieten
Laden Sie regelmäßig neue Fotos hoch, idealerweise 2-3 pro Woche. Die Bildoptimierung ist auch hier relevant: Verwenden Sie beschreibende Dateinamen (z. B. "zahnarztpraxis-graz-behandlungsraum.jpg" statt "IMG_2847.jpg") und achten Sie auf gute Beleuchtung und Qualität.
Attribute und Dienstleistungen
Google bietet branchenspezifische Attribute, die Ihr Profil detaillierter beschreiben. Für Österreichische Unternehmen besonders relevant:
- Barrierefreiheit: Rollstuhlgerechter Eingang, barrierefreie Toilette
- Zahlungsmethoden: Bankomat, Kreditkarte, Bankomatkarte, kontaktlose Zahlung
- Sprachen: Deutsch, Englisch und weitere
- Service-Optionen: Online-Termine, Lieferung, Abholung, Vor-Ort-Service
- Gesundheit & Sicherheit: Masken erforderlich, Temperaturprüfung (wenn zutreffend)
Checkliste: Google Unternehmensprofil Optimierung
- Vollständiger und korrekter Unternehmensname (keine Keywords im Namen!)
- Präzise primäre Kategorie gewählt
- Bis zu 9 relevante Zusatzkategorien hinzugefügt
- Korrekte Adresse im Österreichischen Format
- Telefonnummer mit +43-Vorwahl
- Website-URL auf HTTPS (siehe HTTPS/SSL-Ratgeber)
- Unternehmensbeschreibung mit lokalen Keywords
- Aktuelle Öffnungszeiten inkl. Feiertage
- Mindestens 10 hochwertige Fotos
- Alle relevanten Attribute ausgefüllt
- Dienstleistungen mit Beschreibung und ggf. Preisen
- Produkte mit Fotos und Preisen (falls zutreffend)
Google-Beiträge (Posts) strategisch nutzen
Google-Beiträge sind eine oft unterschätzte Funktion des Unternehmensprofils. Sie ermöglichen es, aktuelle Informationen, Angebote und Neuigkeiten direkt im Profil zu veröffentlichen. Beiträge erscheinen im Knowledge Panel und auf Google Maps und signalisieren Google, dass Ihr Unternehmen aktiv ist.
Arten von Google-Beiträgen
| Beitragstyp | Sichtbarkeitsdauer | Einsatzgebiet |
|---|---|---|
| Aktuelles | 6 Monate | Allgemeine Neuigkeiten, Blog-Teaser, Brancheninformationen |
| Angebote | Bis zum eingestellten Enddatum | Rabattaktionen, Saisonangebote, zeitlich begrenzte Aktionen |
| Veranstaltungen | Bis zum Veranstaltungsdatum | Workshops, Tag der offenen Tür, lokale Events |
Best Practices für Google-Beiträge
- Veröffentlichen Sie mindestens einen Beitrag pro Woche
- Verwenden Sie ein ansprechendes Bild (mindestens 400x300 Pixel)
- Schreiben Sie 150-300 Wörter pro Beitrag
- Integrieren Sie einen Call-to-Action (CTA): "Jetzt anrufen", "Mehr erfahren", "Termin buchen"
- Nutzen Sie lokale Keywords natürlich im Text
- Verlinken Sie auf relevante Seiten Ihrer Website (unterstützt die interne Verlinkungsstrategie)
Beispiel für einen saisonalen Beitrag (Grazer Gastronom): Ein Gasthaus am Schlossberg könnte im Advent einen Beitrag mit dem Titel "Weihnachtliches Gansl-Essen am Schlossberg" veröffentlichen, mit einem Foto des Gerichts, den Preisen und einem Link zur Reservierungsseite.
Bewertungen managen: Der größte Ranking-Faktor
Online-Bewertungen sind laut verschiedenen Studien der stärkste lokale Ranking-Faktor nach der primären Kategorie. Das aktive Management von Google-Rezensionen ist daher ein zentraler Bestandteil der Profiloptimierung.
Bewertungen aktiv einholen
- Erstellen Sie einen kurzen Bewertungslink über das Google Unternehmensprofil-Dashboard
- Integrieren Sie den Link in Ihre E-Mail-Signatur und auf Rechnungen
- Bitten Sie zufriedene Kunden persönlich um eine Bewertung
- Drucken Sie QR-Codes mit dem Bewertungslink für Ihren Geschäftsstandort
- Versenden Sie nach abgeschlossenen Aufträgen eine Dankes-E-Mail mit dem Link
Auf Bewertungen antworten
Antworten Sie auf jede Bewertung, sowohl positive als auch negative. Ihre Antworten sind öffentlich sichtbar und beeinflussen potenzielle Kunden. Tipps:
- Positive Bewertungen: Bedanken Sie sich persönlich und namentlich, erwähnen Sie den spezifischen Service
- Negative Bewertungen: Bleiben Sie professionell, entschuldigen Sie sich für die Unannehmlichkeit, bieten Sie eine Lösung an und laden Sie zur direkten Kontaktaufnahme ein
- Antwortzeit: Reagieren Sie innerhalb von 24-48 Stunden
Rechtlicher Hinweis für Österreich: Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Österreich keine spezifische Regelung zum "Recht auf Vergessen" bei Google-Bewertungen. Falsche oder beleidigende Bewertungen können jedoch nach Österreichischem Medienrecht und dem ABGB (insbesondere Ehrenbeleidigung nach § 1330 ABGB) angefochten werden. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an die WKO oder einen Rechtsanwalt.
Das Google Local Pack: Wie Sie in die Top 3 kommen
Das Local Pack (auch "Map Pack" oder "Local 3-Pack" genannt) ist die prominente Kartenansicht mit drei lokalen Ergebnissen, die bei lokalen Suchanfragen oberhalb der organischen Ergebnisse erscheint. Für viele lokale Unternehmen generiert das Local Pack mehr Klicks als alle anderen Suchergebnis-Typen zusammen.
Ranking-Faktoren für das Local Pack
Das Local-Pack-Ranking wird durch eine Kombination aus Profil-Signalen und externen Faktoren bestimmt:
| Faktor | Gewichtung (ca.) | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Google Unternehmensprofil | 36% | Profil vollständig optimieren, regelmäßig aktualisieren |
| Bewertungen | 17% | Anzahl, Bewertungsdurchschnitt, Antwortrate, Aktualität |
| On-Page-Signale | 16% | Title-Tags und Meta-Descriptions mit lokalem Bezug |
| Citations/NAP | 13% | NAP-Konsistenz in Verzeichnissen sicherstellen |
| Backlinks | 11% | Lokale Backlinks von Grazer/steirischen Websites aufbauen |
| Verhaltenssignale | 7% | CTR, Mobile Clicks-to-Call, Check-ins |
Lokale Relevanz stärken
Um die lokale Relevanz Ihres Profils zu maximieren, sollten Sie über das reine Profil hinaus denken. Erstellen Sie auf Ihrer Website standortspezifische Landingpages, die die gleichen Keywords und Standortinformationen enthalten wie Ihr Google Unternehmensprofil. Implementieren Sie LocalBusiness-Schema-Markup auf Ihrer Website, um Google die Verbindung zwischen Profil und Website zu erleichtern.
Für Österreichische Unternehmen ist es besonders wichtig, in regionalen Verzeichnissen wie herold.at, firmenabc.at, wko.at/firmen-a-z und branchenspezifischen Portalen konsistent präsentiert zu sein. Diese lokalen Citations sind ein starkes Signal für Googles lokale Rankings.
Google Unternehmensprofil Insights: Erfolg messen
Das Google Unternehmensprofil bietet umfangreiche Statistiken, die Ihnen zeigen, wie Kunden Ihr Profil finden und damit interagieren. Diese Insights sind in der Google Search Console und direkt im Profil verfügbar.
Wichtige Kennzahlen im Überblick
- Suchanfragen: Welche Begriffe führen Nutzer zu Ihrem Profil? Unterscheidung zwischen direkten Suchen (nach Ihrem Firmennamen) und Discovery-Suchen (nach Kategorie oder Service)
- Profilaufrufe: Wie oft wurde Ihr Profil in der Suche und auf Maps angezeigt?
- Aktionen: Was tun Nutzer nach dem Profilaufruf? (Website besuchen, anrufen, Route planen)
- Foto-Aufrufe: Wie oft werden Ihre Fotos im Vergleich zu Mitbewerbern angesehen?
- Buchungen: Wenn Sie eine Buchungs-Integration nutzen, sehen Sie hier die Anzahl der Buchungen
Insights richtig interpretieren
Achten Sie besonders auf das Verhältnis zwischen Discovery-Suchen und direkten Suchen. Ein hoher Anteil an Discovery-Suchen zeigt, dass Ihr Profil für relevante Branchensuchen gut rankt, nicht nur wenn jemand gezielt nach Ihrem Firmennamen sucht. Das ist ein Zeichen für gutes Local SEO.
Vergleichen Sie Ihre Foto-Aufrufe mit dem Branchendurchschnitt, den Google in den Insights anzeigt. Wenn Sie unter dem Durchschnitt liegen, laden Sie mehr und bessere Fotos hoch. Tracken Sie die Anruf-Statistiken, um Spitzenzeiten zu identifizieren und Ihre telefonische Erreichbarkeit entsprechend zu planen.
Die 10 häufigsten Fehler bei Google Unternehmensprofilen
Aus meiner Erfahrung als SEO-Berater in Graz sehe ich immer wieder die gleichen Fehler bei lokalen Unternehmen. Hier sind die zehn häufigsten Probleme und wie Sie sie vermeiden:
- Keywords im Unternehmensnamen: "Bester Zahnarzt Graz - Dr. Müller" statt "Zahnarztpraxis Dr. Müller". Google bestraft Keyword-Stuffing im Namen mit Suspendierung des Profils.
- Falsche Kategorie: Ein Elektroinstallateur, der als "Elektriker" eingetragen ist, obwohl "Elektroinstallateur" die passendere Kategorie wäre.
- Inkonsistente NAP-Daten: Die Adresse im Profil lautet "Hauptplatz 1", auf der Website steht "Hauptplatz 1a" und bei herold.at "Hauptpl. 1". Konsistenz ist entscheidend.
- Veraltete Öffnungszeiten: Besonders an Feiertagen suchen viele Nutzer nach geöffneten Geschäften. Falsche Zeiten führen zu negativen Bewertungen.
- Keine Fotos: Profile ohne Fotos erhalten deutlich weniger Interaktionen und wirken unprofessionell.
- Bewertungen ignorieren: Weder positive noch negative Bewertungen werden beantwortet. Das signalisiert Desinteresse.
- Keine Google-Beiträge: Das Profil wirkt inaktiv und veraltet, wenn keine aktuellen Beiträge vorhanden sind.
- Fehlende Website-Verlinkung: Die Website ist nicht verlinkt oder führt auf eine 404-Seite. Prüfen Sie die URL-Struktur.
- Doppelte Profile: Durch Umzüge oder Umbenennungen entstehen manchmal mehrere Profile für dasselbe Unternehmen. Diese müssen zusammengeführt werden.
- Kein Schema-Markup: Die Website nutzt kein LocalBusiness-Schema-Markup, das Google die Zuordnung erleichtern würde.
Fortgeschrittene GBP-Strategien für Österreichische Unternehmen
Über die Grundoptimierung hinaus gibt es fortgeschrittene Strategien, die Ihr Google Unternehmensprofil von der Konkurrenz abheben können.
Produkte und Dienstleistungen detailliert pflegen
Nutzen Sie die Produkt- und Dienstleistungsbereiche Ihres Profils ausführlich. Für jeden Service können Sie einen Namen, eine Beschreibung und einen Preis hinterlegen. Dies ist besonders für Handwerker, Ärzte und Dienstleister in der Steiermark wichtig, da viele Nutzer Preistransparenz erwarten.
Google Messages und Chat aktivieren
Aktivieren Sie die Nachrichtenfunktion, um direkte Anfragen über Ihr Google-Profil zu erhalten. Viele Kunden bevorzugen Textnachrichten gegenüber Anrufen. Stellen Sie sicher, dass Sie innerhalb von 24 Stunden antworten, da Google die Antwortzeit misst und bei zu langer Reaktionszeit die Funktion deaktivieren kann.
Google Q&A proaktiv nutzen
Im Fragen-und-Antworten-Bereich können nicht nur Kunden, sondern auch Sie selbst Fragen stellen und beantworten. Erstellen Sie proaktiv häufig gestellte Fragen mit detaillierten Antworten:
- "Gibt es Parkmöglichkeiten in der Nähe?" (besonders relevant in der Grazer Innenstadt)
- "Sind Termine auch am Samstag möglich?"
- "Wird die Bankomatkarte akzeptiert?"
- "Ist der Zugang barrierefrei?"
Mehrere Standorte verwalten
Wenn Ihr Unternehmen mehrere Standorte hat (z. B. Filialen in Graz, Leoben und Bruck an der Mur), nutzen Sie den Business Profile Manager für die zentrale Verwaltung. Jeder Standort benötigt ein eigenes Profil mit individuellen Öffnungszeiten, Fotos und Beiträgen. Auf Ihrer Website sollten entsprechende standortspezifische Seiten existieren, die jeweils mit dem entsprechenden GBP verlinkt sind.
Saisonale Optimierung
Passen Sie Ihr Profil an saisonale Gegebenheiten an. In der Steiermark beispielsweise:
- Frühling/Sommer: Gastgärten, Outdoor-Aktivitäten, Weinverkostungen
- Herbst: Sturm-Saison, Erntedankfest, Buschenschank-Öffnungszeiten
- Winter: Weihnachtsmärkte, Adventangebote, geänderte Öffnungszeiten
- Ganze Saison: Lokale Events wie die Styriarte, Aufsteirern oder der Grazer Uhrturmlauf
Praxistipp: Erstellen Sie einen Jahreskalender für Ihr Google Unternehmensprofil. Planen Sie Beiträge, Sonderöffnungszeiten und saisonale Fotos im Voraus. So stellen Sie sicher, dass Ihr Profil immer aktuell und relevant ist. Nutzen Sie dafür eine Content-Strategie, die auch Ihr Google-Profil einschließt.
LocalBusiness Schema-Markup für Ihr Google Unternehmensprofil
Um die Verbindung zwischen Ihrer Website und Ihrem Google Unternehmensprofil zu stärken, sollten Sie strukturierte Daten im LocalBusiness-Format auf Ihrer Website implementieren. Hier ein vollständiges Beispiel für ein Grazer Unternehmen:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "LocalBusiness",
"name": "Musterfirma GmbH",
"image": "https://www.musterfirma.at/images/geschäft.jpg",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Herrengasse 1",
"addressLocality": "Graz",
"addressRegion": "Steiermark",
"postalCode": "8010",
"addressCountry": "AT"
},
"geo": {
"@type": "GeoCoordinates",
"latitude": 47.0707,
"longitude": 15.4395
},
"telephone": "+43 316 123456",
"url": "https://www.musterfirma.at",
"openingHoursSpecification": [
{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": ["Monday","Tuesday","Wednesday","Thursday","Friday"],
"opens": "08:00",
"closes": "18:00"
}
],
"priceRange": "$$",
"aggregateRating": {
"@type": "AggregateRating",
"ratingValue": "4.8",
"reviewCount": "127"
}
}
Dieses Markup hilft Google, die Daten Ihres Unternehmensprofils mit Ihrer Website abzugleichen. Stellen Sie sicher, dass die Daten im Schema-Markup exakt mit den Angaben in Ihrem Google Unternehmensprofil übereinstimmen. Überprüfen Sie die korrekte Implementierung mit der Google Search Console und dem Rich Results Test.
Zusammenfassung und nächste Schritte
Das Google Unternehmensprofil ist das Fundament Ihrer Local-SEO-Strategie. Ein vollständig optimiertes Profil verbessert Ihre Sichtbarkeit in der Google-Suche und auf Google Maps erheblich. Die wichtigsten Takeaways:
- Erstellen und verifizieren Sie Ihr Profil so früh wie möglich
- Fuellen Sie alle verfügbaren Felder vollständig und korrekt aus
- Achten Sie auf NAP-Konsistenz über alle Plattformen
- Managen Sie Bewertungen aktiv und professionell
- Veröffentlichen Sie regelmäßig Beiträge und neue Fotos
- Nutzen Sie Insights, um Ihre Strategie datenbasiert zu optimieren
- Implementieren Sie LocalBusiness-Schema-Markup auf Ihrer Website
- Bauen Sie lokale Backlinks und Citations auf
Im nächsten Schritt sollten Sie Ihre Google-Maps-Präsenz gezielt optimieren und eine Keyword-Recherche für lokale Keywords durchführen, um Ihre Strategie weiter auszubauen.
Nützliche Tools
Google Business Profile Manager
Zentrale Verwaltung Ihres Google Unternehmensprofils mit allen Funktionen: Beiträge, Fotos, Bewertungen, Insights und Standortverwaltung.
Google Search Console
Analysieren Sie, wie Ihre Website in der lokalen Suche performt und identifizieren Sie technische Probleme, die Ihr Local-SEO beeinträchtigen.
BrightLocal
Spezialisiertes Local-SEO-Tool für Citation-Management, Rank-Tracking, Bewertungs-Monitoring und Wettbewerbsanalyse in lokalen Suchergebnissen.
Whitespark Local Citation Finder
Finden Sie relevante Branchenverzeichnisse und lokale Verzeichnisse für Österreichische Unternehmen und bauen Sie konsistente Citations auf.
Semrush Listing Management
Verwalten Sie Ihre Unternehmensdaten in über 70 Verzeichnissen gleichzeitig und stellen Sie NAP-Konsistenz sicher.
Pleper GMB Audit Tool
Kostenloses Tool für einen schnellen Audit Ihres Google Unternehmensprofils mit Verbesserungsvorschlägen und Wettbewerbsvergleich.
Häufige Fragen
Das Google Unternehmensprofil ist vollständig kostenlos. Es gibt keine Gebühren für die Erstellung, Verifizierung oder laufende Nutzung. Google bietet kostenpflichtige Werbeanzeigen (Google Ads) an, die Ihr Profil hervorheben können, aber das Profil selbst ist gratis.
Die Verifizierung per Postkarte dauert in Österreich in der Regel 7 bis 10 Werktage. Die Verifizierung per Telefon oder E-Mail erfolgt sofort, ist aber nicht für alle Unternehmen verfügbar. Die Video-Verifizierung wird seit 2023 häufiger angeboten und dauert 1-3 Werktage.
Nein. Google verbietet ausdrücklich das Hinzufügen von Keywords, Standortangaben oder anderen Zusätzen zum offiziellen Unternehmensnamen. Ihr Profilname muss exakt Ihrem realen Firmennamen entsprechen, wie er auf Ihrem Firmenschild, Ihrer Visitenkarte und im Firmenbuch steht. Verstoße führen zur Suspendierung des Profils.
Idealerweise veröffentlichen Sie mindestens einen Beitrag pro Woche. Studien zeigen, dass Unternehmen mit wöchentlichen Beiträgen höhere lokale Rankings erzielen als inaktive Profile. Beiträge vom Typ "Aktuelles" sind 6 Monate sichtbar, regelmäßige Updates halten Ihr Profil frisch und relevant.
Antworten Sie sachlich, professionell und zeitnah (innerhalb von 24-48 Stunden). Bedanken Sie sich für das Feedback, entschuldigen Sie sich für die negative Erfahrung und bieten Sie eine konkrete Lösung an. Laden Sie den Kunden zur direkten Kontaktaufnahme ein. Löschen lassen können Sie Bewertungen nur, wenn sie gegen Google-Richtlinien verstoßen (z.B. Beleidigungen, Spam oder Fake-Bewertungen).
Google empfiehlt mindestens ein Logo, ein Titelbild und drei Geschäftsfotos. Für optimale Ergebnisse sollten Sie mindestens 10-15 hochwertige Fotos haben und regelmäßig neue hinzufügen. Unternehmen mit mehr als 100 Fotos erhalten laut Studien bis zu 520 Prozent mehr Anrufe als Unternehmen mit weniger als 10 Fotos.
Das Google Unternehmensprofil beeinflusst primär das Ranking im Local Pack (Kartenansicht mit drei Ergebnissen). Es wirkt sich nicht direkt auf die organischen Website-Rankings aus. Allerdings stärken konsistente NAP-Daten, positive Bewertungen und aktives Profil-Management indirekt auch die organische Sichtbarkeit. Die Verbindung wird durch LocalBusiness-Schema-Markup auf Ihrer Website verstärkt.
Jeder physische Standort darf ein eigenes Google Unternehmensprofil haben. Wenn Sie also drei Filialen in Graz, Leoben und Bruck betreiben, erstellen Sie drei separate Profile. Für ein Unternehmen an einem Standort ist nur ein Profil erlaubt. Virtuelle Büros oder Coworking-Adressen sind in der Regel nicht zulässig, es sei denn, Sie haben dort eine ständige Präsenz mit eigenem Personal.
Die primäre Kategorie ist einer der stärksten Ranking-Faktoren für das Local Pack. Wählen Sie die spezifischste Kategorie, die Ihr Kerngeschäft beschreibt. "Zahnarzt" ist besser als "Arzt", und "Österreichisches Restaurant" besser als nur "Restaurant". Die Zusatzkategorien haben einen geringeren, aber dennoch messbaren Einfluss.
Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. Google hat den Dienst 2022 von "Google My Business" (GMB) in "Google Unternehmensprofil" (Google Business Profile, GBP) umbenannt. Die separate GMB-App und die gmb-Website wurden eingestellt. Die Verwaltung erfolgt nun direkt über die Google-Suche oder Google Maps.